Gabriella war einer der ersten, mit denen ich in der Blogger-Community The Contentsociety in Kontakt kam und die mir gleich durch ihre wertschätzende und liebevolle Art auffiel. Jetzt hatte ich die Ehre, für sie ein Erinnerungskissen an ihren Vater gestalten und nähen zu dürfen.

Gabriella war auf einer längeren Geschäftsreise in Deutschland unterwegs und besuchte mich in meiner Werkstatt in Angelbachtal, in der auch ihr Kissen entstand. Ich hörte ganz gebannt zu, was Gabriella über ihren Vater erzählte. 

 

1. „Und plötzlich war Papas Geist mitten unter uns!“

 

„Jetzt trinke ich mit euch den Grappa“. Gabriellas Mutter öffneten die letzte Grappa-Flasche, die ihr Mann noch von seinem Schwiegersohn schenkt bekam. In Gedenken an ihren herzensguten Mann, Papa, Schwiegervater und Opa stießen sie alle zusammen an und erinnerten sich an den typischen verschmitzten Gesichtsausdruck, den Gabriellas Papa oft begleitete. „Und irgendwie war in diesem Moment Papas Geist mitten unter uns und so präsent.“

„Papa war ein besonders großherziger Mensch, in dessen Nähe du Dich wohlfühltest. Er hatte ein großes Herz und konnte Dir seine volle Aufmerksamkeit schenken.“ Gabriella erzählte, wie ihr Papa es liebte, Zeit mit seinen Kindern und Enkeln zu verbringen. Dabei las er ihnen gerne aus Bilderbüchern vor, während sie es sich auf seinem Schoss gemütlich machten.

Was Gabriellas Papa aber besonders machte, war sein Gespür für Menschen, denen es nicht so gut ging. Er selbst war das jüngste von insgesamt sieben Kindern. Vielleicht vermisste er auch ein wenig Herzenswärme und Aufmerksamkeit und gab deshalb anderen Menschen das, was er selbst gerne bekommen hätte.  

 

 

2. Wenn an Weihnachten das Telefon klingelte…

 

Eine Geschichte blieb Gabriella besonders in Erinnerung, die zeigt, wie großherzig ihr Vater war. 

„Das war typisch Papa!“ (Gabriella lacht) Als Heizungsmonteur wurde Gabriellas Vater oft in die Nachbarschaft gerufen, wenn die Heizung ihren Geist aufgab. Wie jedes Jahr an Weihnachten klingelte das Telefon. Dann war Frau Gund (Name geändert) am Apparat, die nach Hilfe fragte, weil ihre Heizung ausgefallen war. Jedem aus der Familie war klar, dass Frau Gund nicht wirklich wegen der defekten Heizung anrief. Sie war eine einsame Witwe und an Weihnachten fühlte sie sich besonders allein. Dann sehnte sie sich nach jemandem, der ihr ein bisschen Zeit schenkte und ihr zuhörte. Gabriellas Vater spürte das und gab ihr deshalb gerne, was sie in diesem Moment brauchte und hörte ihr einfach zu  und reparierte nebenbei die Heizung, obwohl es ja in Wirklichkeit nichts zu tun gab.

Weil Frau Gund an Weihnachten allein war, bot Gabriellas Familie an, mit ihnen zu feiern. Das war der alten Damen zu viel, weil sie sich vermutlich niemandem aufdrängen wollte. Aber durch den „Heizungs-Ausfall“ bekam sie das Stück Wärme geschenkt, das ihr guttat.

„Papa nahm es einfach, wie es war und freute sich, jemandem etwas Gutes getan zu haben und lächelte dabei verschmitzt – wie immer!“ 

 

 

3. Gabriellas Erinnerungskissen entsteht 

 

Ich war von Gabriellas Erzählungen über ihren Papa sehr berührt. „Welch ein großes Geschenk es ist, so einen Vater haben zu dürfen!“ Genau dies spiegelte auch Gabriellas Empfindungen wider. „Ich weiß um mein Glück und ich bin dankbar dafür, einen so tollen Vater gehabt zu haben und gleichzeitig darum, dass dies keine Selbstverständlichkeit ist.“

Als Lehrerin begleitet Gabriella Schüler und weiß daher gut, dass es Kinder gibt, die es nicht so gut getroffen haben wie sie. Vielleicht hat sich aus dieser Dankbarkeit heraus den Wunsch entwickelt, anderen etwas zu geben, das sie vermissen – genau wie ihr Papa es machte.

Nach dem Gespräch stand für mich fest, dass auf das Kissen ein großes, rotes Herz musste – nichts weiteres. Dazu einen dunkelblauen Hintergrund, der die gelebte Tiefe der Beziehung symbolisieren sollte. Hier ging es einfach darum, für jemanden den Raum aufzumachen und für ihn in diesem Moment da zu sein. 

 

 

4. Das Kissen verwandelt sich

 

Gabriellas Idee war es, dieses, ihr persönliches Erinnerungskissen ihrer Mutter zu schenken – als Andenken an ihren Mann, damit kann es als Erinnerungskissen ihrer Mutter Trost spenden. Wenn Gabriellas Mutter einmal nicht mehr ist, wird sie dieses Kissen zu sich nehmen. In diesem Moment wird es sich in ein Erinnerungskissen an beide Eltern verwandeln. So sind alle Erinnerungen an Vater und Mutter in einem Kissen vereint. Diese Idee finde ich einfach schön. 

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